Aufträge an Grafiker

Viele Grafiker versuchen, durch spektakuläre Arbeiten ihren Namen innerhalb der Grafikerszene zu verbessern. Doch dies funktioniert nur begrenzt.

Kunden wünschen in der Regel, dass ihre Aufträge so erfüllt werden, wie sie es gern hätten, besonders die Kunden, die ein gutes Honorar zu zahlen bereit sind, nehmen Änderungen oder Wünsche des Grafikers kaum an.
Private Projekte bringen den Designer aber auch nur bedingt weiter.
Besser ist es, einen Kunden zu finden, der vielleicht etwas weniger an Honorar zahlt, dafür dem Grafiker aber mehr Freiraum lässt.

Kommt dabei eine Arbeit zustande, die Aufsehen erregt und die natürlich aber dennoch vom Kunden abgenommen wird, kann das dem Ruf des Grafikers sehr nützen. Aber aufgepasst: die Freiheit, die sich scheinbar bietet, ist nicht allzu groß. Der Grafik – Designer sollte auch bei reduziertem Honorar immer die Wünsche des Kunden respektieren, fantasievoll arbeiten und einen funktionierenden Entwurf abliefern.

Aber Kunden, die dem Grafiker relativ freie Hand bei der Arbeit lassen, sind schwer zu finden. In erster Linie kann nach ihnen dort gesucht werden, wo es noch kein gutes oder ausgefallenes Design gibt. Das sind im Allgemeinen kleine, unbekannte Marken, die sich am ehesten darauf einlassen, hinsichtlich des Designs etwas zu probieren und ein Risiko einzugehen.
Eine solche Aktion zur rechten Zeit kann schon genügen, dass andere Kunden auf den Grafik – Designer aufmerksam werden und er so vielleicht die Chance erhält, auch für größere Marken Designs zu produzieren, bei denen er etwas mehr freie Hand hat, als dies üblich ist.

Zu beachten ist aber, dass die Vorarbeit, also der erste Entwurf, der den Grafiker dahin bringen soll, an bessere Aufträge zu kommen, meist mit Verlusten einhergeht. Die Arbeitszeit ist in der Regel unbegrenzt, das Honorar bei Weitem nicht ausreichend für die Deckung aller Unkosten.
Hier muss im Vorab eine genaue Kalkulation erfolgen, ob sich der Auftrag am Ende wirklich dahingehend lohnen könnte, dass der Grafiker einen Namen innerhalb der Branche bekommt und somit weiterer Aufträge folgen können, die besser dotiert sind.

Eigenwerbung eines freiberuflichen Grafikers


Eine Theorie besagt, dass es für einen Grafiker eher hinderlich ist, zu schnell bekannt zu werden, denn meist hält solch ein rasch erworbener Ruhm nicht lange an.

Auch ist es ungünstig, sich nur innerhalb der Grafikerszene einen Namen zu machen, denn schließlich sind die Kunden außerhalb dieser zu finden und sie wollen doch geworben werden.
Es bringt demnach überhaupt nichts, einen Medienrummel zu veranstalten um auch sich aufmerksam zu machen. Viel wichtiger als Ruhm und plötzliche Bekanntheit ist der Respekt anderer Grafiker und natürlich der Kunden, die geworben und behalten werden sollen. Nur allzu häufig endet ein Spiel um Berühmtheit und den dafür nötigen Aktionen so, dass der Grafiker zwar kurz ins Gespräch kommt, schon rasch aber wieder vergessen wird.

Noch schlimmer ist es, wenn er als aufgeblasener Möchtegern-Promi entlarvt wird und alle, denen seine Eigenwerbung galt, ihn für jemanden halten, der zwar viel redet und spektakuläre Aktionen ermöglichen kann, aber bei dem in Wahrheit weder Durchhaltevermögen noch wirkliches grundlegendes Können vorhanden sind. Berühmtheit ist noch lange keine Garantie dafür, dass Erfolg anhält.

Natürlich muss der Grafiker  immer versuchen auf sich aufmerksam zu machen. Der wichtigste Punkt bei der Eigenwerbung, die stetig durchgeführt werden muss, lautet, dass gute Arbeit erbracht werden muss.
Nichts ist als Werbung so sehr geeignet, wie gute Arbeit, damit verbunden zufriedene Kunden, die den Grafiker weiterempfehlen und so zu neuer Kundschaft und weiterer Bekanntheit beitragen. Weitere Möglichkeiten der Eigenwerbung werden durch Konferenzen und Tagungen gegeben, auf denen zum Beispiel Vorträge gehalten werden können, durch Messen, auf denen eigene Arbeiten ausgestellt werden oder durch Förderung anderer Designer.

Die Welt des Designs und der Designer ist als relativ abgeschottet zu betrachten. Es gilt also für jeden Grafikdesigner, klein anzufangen und sich nach und nach einen Namen zu machen. Dazu gehört auch, gute Leistungen anderer Grafikdesigner anzuerkennen.

Wer es schafft, durch beständiges Arbeiten und Abliefern guter Leistungen bekannter zu werden, „vergrößert“ seine Welt hinsichtlich der Aufträge, der Kunden und damit verbunden natürlich des Geldes.

Beruf Grafiker

Der Grafiker muss immer auf dem aktuellen Stand der Dinge sein, was Werbung und Gestaltung angeht.
Er muss praktisch in der Lage sein, neue Entwicklungen vorauszuahnen, sollte daher immer den Markt, beziehungsweise die Gestaltungen anderer Grafiker, im Auge behalten.

Der freiberufliche Grafiker muss aber neben den Möglichkeiten der Gestaltung und der für die Arbeit nötigen Software zusätzlich auf dem Gebiet der Kostenkalkulation auskennen. Er muss Kostenpläne entwerfen und es sollte ihm möglich sein, einem Kunden genau zu sagen, welche Kosten auf ihn zukommen werden. Seine Arbeit muss er dann entsprechend den finanziellen Möglichkeiten planen und ausführen.

Die fachlichen Kompetenzen eines Grafikers sind die eine Seite. Wer den Beruf ausüben möchte, kann diese erlernen und dazu entsprechende Kurse besuchen oder eine Ausbildung, beziehungsweise ein Studium absolvieren.
Sehr wichtig sind aber auch die persönlichen Eigenschaften des Grafikers. Er muss zum Einen allein und selbstständig arbeiten können und selbst die Verantwortung für seine Arbeit tragen.


Er sollte zum Anderen in der Lage sein, im Team tätig zu sein, denn in vielen Fällen arbeiten Grafiker eng mit anderen, an einer Veröffentlichung beteiligten Personen zusammen. Absprachen müssen geführt werden und der Grafiker sollte auch Kritik hinnehmen und umsetzen können. Außerdem muss sich ein Grafiker in andere Menschen hineinversetzen können, denn ihm muss schon bei dem Entwurf seiner Arbeit klar sein, was andere Menschen bei dem Anblick empfinden könnten.
Gewissermaßen muss ein Grafiker, um professionell zu arbeiten, auch ein Werbefachmann sein.