Zentrales Highland

Nun geht es zurück auf das schottische Festland. Die Überfahrt ist ein wenig kippelig. Wir beobachten den Seegang an dem Auf und Ab und ab der Reling in Bezug auf die Rückenlinie der Berge.

Nun geht es weiter auf der Nordsee-Seite gen Süden in die Zentralen Highlands.

Der erste Stopp soll im kleinen Städtchen Helmsdale sein, da hier der Reiseführer ein interessantes Museum über die Highlands nennt. Leider war es aber doch nicht so informativ wie erwartet.

Das schottische Sozial- und Wirtschaftssystem in den Highlands gründete sich auf über 160 Clans, die räumlich getrennt in den Hochlandtälern lebten und von Gerste, Hafer und Kartoffeln lebten sowie die schwarzen Rinder züchteten. Das Land befand sich in Gemeinbesitz des Clans. Als es 1707 zur Vereinigung mit England kam, wehrten sich die Hochlandsclans energisch gegen die Union und unterstützten den schottischen Prince Charles.

Nach der vernichtenden Niederlage bei Culloden wurde das Clansystem verboten.

Die Profitgier der Grundbesitzer führte zur Umstellung der Landwirtschaft auf großflächige Schafwirtschaft. Hierfür wurden nur noch wenige Bauern benötigt. Die Zeit der Highland Clearances begann, die Menschen wurde um- und ausgesiedelt. Dies führte zur Entvölkerung des Hochlandes.

…..

Wir bestaunten die Geschäfte der Hauptstraße in Helmsdale, insbesondere die Schaufenster der Geschäfte.

Schweine in allen Varianten.

Der Gemischtwarenladen.

Hier ist die Zeit tatsächlich stehen geblieben.

Es gab dann wieder Fish and Chips, hier in diesem Restaurant am  Take Away-Tresen gekauft.

….

Heute wollen wir uns das Schloß Dunrobin anschauen.

Doch vorher müssen wir wieder über eine schmale Brücke den Campingplatz verlassen.

Es ist heute kein so sonniger Tag, das Schloss Dunrobin ist aus der Ferne kaum zu erkennen.

 

Mindestens 200 Besucher sind schon vor uns im Schloss, wie man an den Bussen erkennen kann.

Die Herzöge von Sutherland lebten hier im Dunrobin Castle, welches auf das 13. Jahrhundert zurückgeht.

Ihre Untertanen, die wenigen, die nach den Vertreibungen (Clearances) noch übrig waren, hassten den Herzog, da er seine Leute gnadenlos auspresste.

Es durfte im Schloss nicht fotografiert werden, Kameras und Wächter und vielleicht auch dieses Wildtier kontrollierten dies intensiv.

 Aber mein schottisches Englisch ist ja so schlecht, so dass ich dieses Verbot nicht so ganz verstanden habe.

Hier das Esszimmer der Herrschaften.

Esszimmer

Und im Wohnzimmer standen französische Möbel, wohl im Louis.XV-Stil sowie viele kostbare Gemälde und Teppiche hingen an den Wänden.

Und wieder ein herrlich konzipierter englischer Garten mit Blick auf das Meer.

Und ein Kinderzimmer, welches als Vorlage für andere dienen könnte?

Und der Nähraum

Sowie die moderne Kommunikationsanlage für den Butler. Hier sieht man sehr gut, wie viele Räume dieses Schloß hat.

Ja, dann ging es in das Schlosscafe. Gisela mag immer sehr gerne etwas Einheimisches essen. Diesmal war es mit Hafergrütze zusammengemuste Schafsinnereien – Haggis. Naja – war ihr Kommentar, und am liebsten hätte sie danach einen Schnaps getrunken.

Für Techniker unter uns: Die Herrschaften waren hier immer auf dem neuesten Stand, wie an dieser dampfbetriebenen Feuerlöschanlage zu sehen ist. 

Und nun zum Schluss noch einige Bilder für die Oldtimer-Freunde und Heiratswilligen.

Für das Brautpaar.

Sowie Anregungen für die Hochzeitsgardrobe.

Auch für die Kleinsten der Familie.

Heute ist nun der erste Regentag für uns in Schottland, wie ein Blick aus dem Wohnmobil dokumentiert.

…….

Heute soll es auf das Schlachtfeld von Culloden gehen.

Hier haben sich am 16. April 1746 die britischen Regierungstruppen des hannoveranischen englischen Königs Georg II. mit den Highländern, die wieder einen schottischen Stuart auf dem Thron haben wollten, eine dramatische Schlacht geliefert – die Roten gegen die Blauen. Die Schotten hofften immer auf die Unterstützung der Franzosen.

Prinz Charles führte die schottische Armee, die Jacobiter, an. 

Er verlor die Schlacht hier im Moor von Culloden.

1.500 Soldaten der Jacobiter starben hier im Moor, sie waren erschöpft von den Märschen davor und waren aufgrund der sumpfigen Landschaft nicht so flexibel wie die in zwei Fronten stehenden Regierungstruppen, von denen nur ca. 50 starben.

Hier die Verteidigungslinie der Regierungstruppen. Hier standen 20 Geschütze, die eine Reichweite von 500 m hatten bei einer Schussfolge von einer Kugel pro Minute.

Ein Audioguide mit Display und in deutscher Sprache führte uns über das Schlachtfeld.

Hier wohnte die Familie Cameron, direkt am Schlachtfeld. In diesem Haus wurden die britischen Verletzten versorgt, die verletzten gegnerischen Soldaten wurden auf dem Schlachtfeld einfach ermordet, so war die damalige Zeit.

Im Museumsshop gab es diesmal nichts für uns zu kaufen, den Briten hier konnten wir nicht mitnehmen.

Der Besichtigungstag war noch nicht ganz geschafft, das Wetter war gut, so entschlossen wir uns, Fort George zu besichtigen.

Die Briten hatten nun nach der Schlacht hier in Schottland die Macht übernommen und bauten diese Festung für ihre Soldaten.

Dieser Festungsgraben sollte im Falle eines Angriffs geflutet werden, es stellte sich dann heraus, dass das aber nur bei Flut klappte und nicht bei Ebbe.

Die Königshäuser in Europa waren ja immer irgendwie miteinander verwandt. So sieht man beispielsweise das Hannoveraner Pferd im 2. Quadranten dieses Wappens.

Wir haben die klare Architektur der Gebäude bewundert, in denen heute noch britische Soldaten wohnen und arbeiten.

Am äußersten Festungspunkt standen die Geschütze der damaligen Zeit, mit denen das Gebiet, aber insbesondere Inverness vor französischen Schiffen geschützt werden sollte.

Aber dieses Fort wurde nie angegriffen, so war es eine nicht rentable militärische Investition für die Briten. 

Als letztes Gebäude wurde die Kirche gebaut.

Für die 2.000 Soldaten war der Gottesbesuch eine Pflicht. Viele haben dabei sicherlich immer den Engel mit dem Dudelsack angeschaut.

Ja, und dann ging es noch in das Miltärmuseum. 

Viele Gemälde, Waffen …

Viel Tradition …

Ja, und dann ist uns noch ein Black Watch der heutigen Zeit begegnet.

Damals steckte der Offizier seinen Brief an die Heimat hier herein.

Heute geht es anders. Hier stehen im Fort drei englische Telefonzellen, wobei die in der Mitte am stärksten benutzt wird, dies sieht man an der abgestoßenen Farbe am unteren Bereich der Tür, denn sie bietet vieles: e-Mail, Text und phone.

Auch in dieser Gegend gibt es wieder Steinkreise zu bewundern. Diesmal Grabstellen von ca. 1.000 Jahre v. C.

Hier zwei Bilder von diesem Besuch, wobei Steine des äußeren Kreises schon auf der anderen Straßenseite stehen.

Immer wieder sehen wir derartige Zugänge in Metall- oder Holzausführung in den geschütztn Bereich, sie sollen jeweils Schafe oder Wild draußen oder drinnen halten.

 drei Besichtigungsorte an einem Tag, dass ist für einen Ruheständler schon ein wenig Stress.

Deshalb haben wir am nächsten Tag nur ein Ziel: Findhorn

1962 gründeten Peter Caddy und Dorothy Maclean eine New Age Gemeinde, die ein spirituelles Leben mit Gott und der Natur zum Ziel hat. 

Hier die erste Unterkunft: eine Wohnwagenbehausung mit Gärten.

Hier im Garten.  wachsen die Pflanzen ohne Dünger, ständiger Kampf mit den Schnecken, aber ein sehr schönes Gartentor.

Listen = höre auf die Natur.

Und hier der spirituelle Raum.

Hier das alte Zentrum der Gemeinschaft.

Alles ist hier liebevoll gestaltet, wie man am Gemeinschafts- und Theatergebäude erkennt.

Dann besuchen wir noch die neuen Häuser … Eco , Umwelt , Holzkonstruktionen, interessante Farben …

Lila Regenrinne passend zu den Blumen.

Im Shop wurden Kekse gekauft und keine esoterischen Büchern, die haben wir schon zu Hause massenhaft im Regal.

 

Morgen muss ich noch einmal diese einheimischen Kekse kaufen, bevor es dann auf den Whisky-Trail geht.

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